Energie sparen im Alltag: Wo Haushalte besonders wirksam ansetzen können Energie sparen

Energie sparen im Alltag: Wo Haushalte besonders wirksam ansetzen können

Energie sparen muss weder kompliziert sein noch zwangsläufig mit hohen Investitionen beginnen. In nahezu jedem Haushalt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Strom- und Wärmeverbrauch zu reduzieren, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen. Oft sind es sogar vergleichsweise kleine Veränderungen im Alltag, die sich über Monate und Jahre deutlich bemerkbar machen.

Besonders interessant ist dabei die Kombination aus wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen. Wer weniger Strom, Gas oder Heizenergie benötigt, reduziert nicht nur seine laufenden Kosten, sondern schont gleichzeitig Ressourcen. Wer sich über einen bewussteren Lebensstil informieren möchte, findet beispielsweise bei Jetzt nachhaltig weitere Anregungen rund um Nachhaltigkeit, Umwelt und einen ressourcenschonenderen Alltag.

Doch an welchen Stellen lohnt es sich im eigenen Haushalt besonders anzusetzen? Ein Blick auf Heizung, Warmwasser, elektrische Geräte und das persönliche Nutzungsverhalten zeigt schnell: Das Einsparpotenzial ist häufig größer, als zunächst vermutet.

Die größten Energieverbraucher im Haushalt zuerst betrachten

Beim Energiesparen wird häufig zuerst an ausgeschaltete Lampen oder das Ladegerät in der Steckdose gedacht. Das ist grundsätzlich sinnvoll, doch wer eine möglichst große Wirkung erzielen möchte, sollte zunächst die Bereiche betrachten, die besonders viel Energie benötigen.

In vielen Haushalten gehört die Raumwärme zu den mit Abstand größten Energieposten. Hinzu kommen die Warmwasserbereitung sowie elektrische Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Gefrierschrank, Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler.

Eine sinnvolle Reihenfolge besteht deshalb darin, zunächst den eigenen Verbrauch zu analysieren und danach gezielt die größten Verbraucher zu optimieren.

Bereich Mögliches Einsparpotenzial Aufwand Typische Maßnahme
Heizung hoch gering bis hoch Raumtemperatur optimieren, Heizsystem einstellen oder modernisieren
Warmwasser mittel bis hoch gering kürzer duschen, Sparbrause verwenden
Kühlschrank und Gefrierschrank mittel gering Temperatur richtig einstellen und Geräte sinnvoll platzieren
Waschen und Trocknen mittel gering Eco-Programme nutzen und niedrigere Temperaturen wählen
Stand-by-Verbrauch gering bis mittel sehr gering Geräte vollständig ausschalten
Beleuchtung gering bis mittel gering LED einsetzen und Licht gezielt verwenden
Stromtarif finanziell teilweise hoch gering Verbrauch und Tarif regelmäßig vergleichen

1. Beim Heizen liegt besonders viel Potenzial

Wer seine Energiekosten dauerhaft reduzieren möchte, sollte beim Thema Heizung beginnen. Schon kleine Veränderungen können helfen, den Wärmebedarf eines Hauses oder einer Wohnung zu reduzieren.

Dabei geht es keineswegs darum, in einer kalten Wohnung zu sitzen. Viel wichtiger ist eine bedarfsgerechte Einstellung der einzelnen Räume.

Wohn- und Arbeitsräume dürfen angenehm warm sein, während beispielsweise Schlafzimmer, Flure oder wenig genutzte Räume häufig etwas niedriger temperiert werden können. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, Räume nicht völlig auskühlen zu lassen.

Heizkörper sollten frei bleiben

Ein überraschend häufiges Problem sind zugestellte Heizkörper. Stehen Sofas, Schränke oder große Vorhänge direkt vor einem Heizkörper, kann sich die erwärmte Luft schlechter im Raum verteilen.

Der Raum fühlt sich dadurch möglicherweise kühler an, obwohl die Heizung bereits viel Energie bereitstellt. Möbel sollten deshalb möglichst etwas Abstand zur Wärmequelle haben.

Thermostate sinnvoll einstellen

Thermostate regulieren, wie viel warmes Heizungswasser durch einen Heizkörper fließt. Ein vollständig aufgedrehtes Thermostat sorgt allerdings nicht dafür, dass ein Raum automatisch wesentlich schneller warm wird.

Entscheidend ist vielmehr die gewünschte Raumtemperatur. Programmierbare oder intelligente Thermostate können insbesondere bei regelmäßigem Tagesablauf helfen, die Heizzeiten besser an die tatsächliche Nutzung anzupassen.

Wer sich grundsätzlich mit unterschiedlichen Heizsystemen beschäftigt, findet in unserem Beitrag Heizöl, Gas oder Pellets: Was ist günstiger und praktischer? weitere Informationen zu verschiedenen Möglichkeiten der Wärmeversorgung.

2. Richtig lüften, ohne unnötig Wärme zu verlieren

Frische Luft ist wichtig für ein angenehmes Raumklima und hilft dabei, überschüssige Feuchtigkeit aus der Wohnung zu transportieren. Beim Lüften kann jedoch viel Heizenergie verloren gehen.

Ein über längere Zeit gekipptes Fenster sorgt zwar für einen gewissen Luftaustausch, gleichzeitig kühlen jedoch Wandflächen und angrenzende Bauteile aus.

In vielen Situationen ist deshalb kurzes und kräftiges Stoßlüften sinnvoller. Dabei werden die Fenster für einige Minuten vollständig geöffnet. Besonders effektiv ist Querlüften, wenn Fenster auf gegenüberliegenden Seiten geöffnet werden können.

Lüftungsart Luftaustausch Wärmeverlust Bewertung
Dauerhaft gekipptes Fenster langsam vergleichsweise hoch eher ungünstig
Stoßlüften schnell geringer gut
Querlüften sehr schnell vergleichsweise gering besonders effektiv

3. Warmwasser nicht unterschätzen

Beim Energieverbrauch eines Haushalts spielt nicht nur die Raumheizung eine Rolle. Auch die Erwärmung von Wasser benötigt Energie.

Das gilt insbesondere für Haushalte, in denen häufig und lange geduscht oder regelmäßig gebadet wird.

Hier können schon einfache Maßnahmen helfen:

  • etwas kürzer duschen,
  • einen sparsamen Duschkopf einsetzen,
  • Wasser beim Einseifen abstellen,
  • unnötig hohe Wassertemperaturen vermeiden,
  • tropfende Wasserhähne reparieren.

Eine Einsparung beim Warmwasser hat dabei einen doppelten Effekt. Einerseits sinkt der Wasserverbrauch, andererseits wird weniger Energie benötigt, um das Wasser aufzuheizen.

4. Kühlschrank und Gefrierschrank effizient betreiben

Kühlgeräte laufen rund um die Uhr. Selbst kleine Unterschiede beim Stromverbrauch summieren sich deshalb über viele Jahre.

Ein Kühlschrank sollte beispielsweise nicht unnötig kalt eingestellt werden. Gleichzeitig ist der Standort wichtig. Direkt neben einem Backofen, einer Heizung oder an einem sehr sonnigen Standort muss das Gerät stärker arbeiten, um die gewünschte Innentemperatur aufrechtzuerhalten.

Auch warme Speisen sollten zunächst abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden.

Gefriergeräte regelmäßig kontrollieren

Bei älteren Gefriergeräten kann sich mit der Zeit eine dickere Eisschicht bilden. Dadurch kann der Energiebedarf steigen. Stark vereiste Geräte sollten deshalb gegebenenfalls abgetaut werden.

Auch beschädigte oder verschmutzte Türdichtungen können problematisch sein. Gelangt dauerhaft warme Raumluft in das Gerät, muss der Kompressor häufiger arbeiten.

5. Waschmaschine sinnvoll nutzen

Moderne Waschmittel reinigen viele Textilien bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen. Für normal verschmutzte Alltagswäsche ist deshalb häufig keine besonders hohe Waschtemperatur erforderlich.

Zusätzlich sollte die Waschmaschine möglichst sinnvoll beladen werden. Eine halbvolle Maschine benötigt zwar unter Umständen etwas weniger Wasser und Strom, der Verbrauch pro Kilogramm Wäsche fällt jedoch häufig schlechter aus.

Maßnahme Vorteil
Niedrigere Waschtemperatur weniger Energie für das Erwärmen des Wassers
Eco-Programm verwenden optimierter Wasser- und Energieverbrauch
Maschine sinnvoll beladen weniger Waschgänge notwendig
Hohe Schleuderdrehzahl vor dem Trockner weniger Restfeuchte in der Wäsche
Wäsche an der Luft trocknen Stromverbrauch des Trockners entfällt

6. Der Wäschetrockner kann ein relevanter Stromverbraucher sein

Ein Wäschetrockner ist zweifellos komfortabel. Besonders in größeren Haushalten oder Wohnungen ohne geeignete Trockenmöglichkeiten lässt er sich teilweise kaum ersetzen.

Wer jedoch die Möglichkeit hat, einen Teil der Wäsche auf einem Wäscheständer oder im Freien zu trocknen, kann elektrische Energie einsparen.

Wenn der Trockner genutzt wird, hilft außerdem eine möglichst gut geschleuderte Wäsche. Je weniger Wasser das Gerät anschließend entfernen muss, desto geringer kann der notwendige Energieeinsatz ausfallen.

7. Geschirrspüler effizient einsetzen

Auch beim Geschirrspüler kommt es stark auf die Nutzung an. Moderne Geräte verfügen meistens über Eco-Programme. Diese laufen zwar häufig länger als Kurzprogramme, arbeiten jedoch mit geringeren Temperaturen und können dadurch energieeffizienter sein.

Außerdem sollte ein Geschirrspüler möglichst gut beladen werden. Für wenige Teller und Gläser einen vollständigen Spülgang zu starten, ist meist unnötig.

Ein Vorspülen unter fließendem warmem Wasser ist bei normal verschmutztem Geschirr ebenfalls häufig nicht erforderlich. Grobe Speisereste sollten entfernt werden, anschließend kann das Geschirr direkt in die Maschine gegeben werden.

8. Stand-by-Verbrauch konsequent reduzieren

Fernseher, Monitore, Spielekonsolen, Drucker, Lautsprecher und verschiedene andere Geräte bleiben in vielen Haushalten dauerhaft mit dem Stromnetz verbunden.

Der Verbrauch eines einzelnen Gerätes im Bereitschaftsmodus erscheint häufig gering. Mehrere Geräte, die über das gesamte Jahr permanent Strom benötigen, können zusammen jedoch einen relevanten Verbrauch verursachen.

Praktisch sind hier schaltbare Steckdosenleisten. Mit einem Schalter lassen sich mehrere Geräte vollständig vom Netz trennen.

Gerade im Büro oder Homeoffice können solche Lösungen sinnvoll sein. Weitere Informationen dazu finden sich auch in unserem Bereich Strom, in dem wir uns mit Stromverbrauch, Tarifen und technischen Lösungen beschäftigen.

9. Beleuchtung: LED ist heute die naheliegende Lösung

In vielen Haushalten sind klassische Glühlampen längst verschwunden. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die vorhandene Beleuchtung.

LED-Leuchtmittel benötigen im Vergleich zu älteren Beleuchtungstechniken erheblich weniger elektrische Energie und besitzen in der Regel eine lange Lebensdauer.

Noch effektiver ist selbstverständlich Licht, das gar nicht erst eingeschaltet werden muss. Räume mit ausreichend Tageslicht sollten tagsüber möglichst ohne künstliche Beleuchtung genutzt werden.

10. Homeoffice und Unterhaltungselektronik im Blick behalten

In modernen Haushalten nimmt die Zahl elektrischer Geräte stetig zu. Computer, zusätzliche Monitore, Netzwerkgeräte, Streamingboxen, Lautsprecher, Tablets und Ladegeräte gehören heute für viele Menschen zum Alltag.

Ein einzelnes Gerät verursacht dabei häufig nur überschaubare Kosten. Entscheidend ist jedoch die Kombination aus Leistung und Betriebsdauer.

Ein leistungsstarker Desktop-PC, der täglich viele Stunden eingeschaltet ist, kann beispielsweise deutlich mehr Strom benötigen als ein sparsames Notebook.

Wer regelmäßig im Homeoffice arbeitet, sollte deshalb darauf achten, Monitore bei längeren Pausen auszuschalten und nicht benötigte Peripheriegeräte vom Netz zu trennen.

11. Den eigenen Stromverbrauch zunächst kennen

Wer wirklich effektiv sparen möchte, sollte zunächst wissen, wie hoch der eigene Verbrauch überhaupt ist.

Die Jahresabrechnung des Stromanbieters liefert dafür einen guten Ausgangspunkt. Sinnvoll ist es, die Verbrauchswerte mehrerer Jahre miteinander zu vergleichen.

Steigt der Stromverbrauch plötzlich deutlich an, obwohl sich im Haushalt wenig verändert hat, lohnt sich die Suche nach der Ursache.

Mögliche Gründe können beispielsweise sein:

  • ein zusätzliches Elektrogerät,
  • ein neuer Gefrierschrank,
  • mehr Homeoffice,
  • ein elektrischer Heizlüfter,
  • ein alter Kühlschrank,
  • eine elektrische Warmwasserbereitung oder
  • eine veränderte Haushaltsgröße.

12. Strommessgeräte helfen bei der Suche nach Verbrauchern

Wer genauer wissen möchte, welches Gerät wie viel Strom benötigt, kann ein einfaches Strommessgerät verwenden. Es wird zwischen Steckdose und Elektrogerät gesteckt und zeigt den tatsächlichen Verbrauch an.

Besonders interessant ist eine Messung über einen längeren Zeitraum. Bei Kühlschränken oder Gefriergeräten schwankt die Leistungsaufnahme beispielsweise stark, weil der Kompressor nicht permanent läuft.

Eine Messung über 24 Stunden oder mehrere Tage liefert daher ein wesentlich realistischeres Bild als eine kurze Momentaufnahme.

13. Alte Geräte nicht automatisch austauschen

Neue Elektrogeräte sind häufig effizienter als ältere Modelle. Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass jedes ältere Gerät sofort ersetzt werden sollte.

Auch die Herstellung eines neuen Gerätes benötigt Rohstoffe und Energie. Wirtschaftlich sinnvoll wird ein Austausch insbesondere dann, wenn ein vorhandenes Gerät einen außergewöhnlich hohen Stromverbrauch besitzt.

Deshalb ist eine Verbrauchsmessung vor dem Austausch sinnvoll.

Situation Empfehlung
Gerät funktioniert gut und verbraucht wenig weiterverwenden
Gerät ist alt, Verbrauch aber unbekannt Verbrauch messen
Sehr hoher Verbrauch Austausch wirtschaftlich prüfen
Gerät ist defekt Reparaturkosten und Neukauf vergleichen
Neukauf ohnehin geplant Energieeffizienz und passende Gerätegröße berücksichtigen

14. Beim Neukauf nicht nur auf die Effizienzklasse schauen

Wer ein neues Haushaltsgerät anschafft, sollte neben der Energieeffizienz auch auf die richtige Größe achten.

Ein sehr großer Kühlschrank kann selbst mit guter Effizienzklasse mehr Energie benötigen als ein kleineres Modell, das besser zum tatsächlichen Bedarf des Haushalts passt.

Ähnliches gilt für Gefriergeräte, Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht: Welches Gerät ist am größten oder leistungsfähigsten? Sondern: Welche Größe benötigt unser Haushalt tatsächlich?

15. Auch der Stromtarif gehört zur Kostenoptimierung

Ein niedriger Stromverbrauch ist nur eine Seite der Energiekosten. Die andere Seite ist der Preis pro Kilowattstunde.

Deshalb kann es sinnvoll sein, regelmäßig zu prüfen, ob der bestehende Stromvertrag noch zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Bei einem Tarifvergleich sollten Verbraucher jedoch nicht ausschließlich auf einen möglichen Neukundenbonus achten. Wichtig sind unter anderem Arbeitspreis, Grundpreis, Vertragslaufzeit, Preisgarantie und Kündigungsfrist.

Mehr dazu erklären wir im Beitrag Warum ein Stromanbieterwechsel sich lohnen kann.

Auch Tarife ohne festen Grundpreis werden angeboten. Für dauerhaft bewohnte Haushalte sind sie allerdings nicht automatisch günstiger. Was dahintersteckt, erklären wir ausführlicher in unserem Ratgeber zu Stromanbietern ohne Grundgebühr.

16. Kleine Maßnahmen oder große Investition?

Energiesparen lässt sich grundsätzlich in drei Stufen unterteilen: Veränderungen des Verhaltens, kleinere technische Maßnahmen und größere Investitionen.

Stufe Beispiele Kosten Umsetzung
Verhalten ändern kürzer duschen, Licht ausschalten, richtig lüften keine sofort
Kleine technische Maßnahmen LED, Sparbrause, Thermostate, Steckdosenleisten gering kurzfristig
Geräte optimieren Kühlschrank, Waschmaschine oder Trockner prüfen mittel bei Bedarf
Gebäudetechnik modernisieren Heizung, Dämmung, Photovoltaik hoch langfristige Planung

Gerade bei größeren Investitionen sollte nicht vorschnell gehandelt werden. Eine neue Heizung, bessere Dämmung oder Photovoltaikanlage kann den Energieverbrauch erheblich verändern, sollte aber immer zum Gebäude und zum tatsächlichen Bedarf passen.

Hausbesitzer können sich beispielsweise auch mit moderner Heiztechnik beschäftigen. In unserem Beitrag über das nachhaltige Senken von Heizkosten stellen wir verschiedene Ansätze zur Heizungsmodernisierung vor.

17. Photovoltaik kann den Strombezug aus dem Netz reduzieren

Für Eigentümer kommt noch eine weitere Möglichkeit hinzu: Strom selbst erzeugen.

Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des Strombedarfs eines Haushalts unmittelbar decken. Besonders interessant ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch. Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere flexible Verbraucher können beispielsweise bevorzugt dann betrieben werden, wenn die Anlage gerade viel Strom produziert.

Auch ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, weil tagsüber erzeugte Energie teilweise in die Abend- und Nachtstunden verschoben werden kann.

Ob und in welcher Größe sich eine solche Anlage lohnt, hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab – unter anderem vom Stromverbrauch, der Dachfläche, der Ausrichtung und den Investitionskosten.

18. Energie sparen sollte messbar sein

Eine der effektivsten Methoden besteht darin, nicht einfach nur einzelne Spartipps auszuprobieren, sondern den Erfolg zu kontrollieren.

Dazu kann beispielsweise der Stromzähler regelmäßig abgelesen werden. Wer seinen Verbrauch einmal pro Monat notiert, erkennt Entwicklungen wesentlich früher als bei der jährlichen Abrechnung.

Eine einfache Tabelle reicht dafür aus:

Monat Zählerstand Verbrauch zum Vormonat Besonderheiten
Januar 12.450 kWh – Ausgangswert
Februar 12.690 kWh 240 kWh viel Homeoffice
März 12.890 kWh 200 kWh Stand-by reduziert
April 13.070 kWh 180 kWh Wäsche häufiger draußen getrocknet

Auf diese Weise wird aus einem abstrakten Vorsatz ein konkretes Projekt. Gleichzeitig lässt sich besser erkennen, welche Veränderungen tatsächlich etwas gebracht haben.

Welche Sparmaßnahmen lohnen sich zuerst?

Wer nicht alles gleichzeitig verändern möchte, kann mit einer einfachen Prioritätenliste beginnen.

  1. Strom- und Heizungsverbrauch prüfen.
  2. Raumtemperaturen und Heizzeiten optimieren.
  3. Warmwasserverbrauch reduzieren.
  4. Große elektrische Verbraucher messen.
  5. Stand-by-Verbrauch beseitigen.
  6. Waschmaschine und Geschirrspüler effizient nutzen.
  7. Stromtarif kontrollieren.
  8. Erst danach größere Investitionen prüfen.

Diese Reihenfolge hat einen entscheidenden Vorteil: Viele der ersten Maßnahmen verursachen kaum oder überhaupt keine Kosten.

Energie sparen und nachhaltig leben ergänzen sich

Ein bewusster Umgang mit Energie ist nur ein Teil eines ressourcenschonenden Lebensstils. Auch Konsum, Mobilität, Ernährung und der Umgang mit Produkten haben Auswirkungen auf den persönlichen Ressourcenverbrauch.

Besonders sinnvoll ist es deshalb, Nachhaltigkeit nicht als einzelne große Entscheidung zu betrachten. Viele kleine Gewohnheiten lassen sich dauerhaft wesentlich leichter in den Alltag integrieren.

Beim Energieverbrauch gilt dasselbe: Niemand muss innerhalb eines Tages sämtliche Geräte ersetzen oder das gesamte Haus sanieren. Häufig ist es besser, zunächst den eigenen Verbrauch zu verstehen, unnötige Verluste zu beseitigen und anschließend Schritt für Schritt zu optimieren.

Checkliste: 15 einfache Maßnahmen für den Alltag

  • Heizung nicht höher einstellen als notwendig.
  • Heizkörper nicht mit Möbeln verdecken.
  • Stoßlüften statt Fenster dauerhaft kippen.
  • Kürzer duschen.
  • Sparduschkopf prüfen.
  • Kühlschrank sinnvoll temperieren.
  • Gefrierschrank bei starker Vereisung abtauen.
  • Eco-Programme von Wasch- und Spülmaschine nutzen.
  • Waschmaschine möglichst sinnvoll beladen.
  • Wäsche nach Möglichkeit an der Luft trocknen.
  • Stand-by-Geräte vollständig ausschalten.
  • LED-Beleuchtung verwenden.
  • Große Stromverbraucher mit einem Messgerät prüfen.
  • Stromverbrauch monatlich dokumentieren.
  • Stromtarif regelmäßig überprüfen.

Fazit: Die größten Einsparungen entstehen durch die richtige Reihenfolge

Energie sparen funktioniert am besten, wenn nicht wahllos einzelne Maßnahmen umgesetzt werden. Zuerst sollte geklärt werden, wo im eigenen Haushalt tatsächlich die meiste Energie verbraucht wird.

Heizung und Warmwasser bieten häufig besonders große Einsparmöglichkeiten. Danach lohnt sich ein Blick auf Kühlschrank, Gefrierschrank, Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler und Unterhaltungselektronik. Gleichzeitig können kleinere Veränderungen wie richtiges Lüften, LED-Beleuchtung oder das Abschalten von Stand-by-Geräten ohne große Investitionen umgesetzt werden.

Wer anschließend seinen Verbrauch regelmäßig kontrolliert, kann den Erfolg sogar sichtbar machen. Und genau darin liegt ein wichtiger Vorteil: Nachhaltiger Energieverbrauch muss nicht auf Verzicht beruhen. Häufig geht es vielmehr darum, Energie dort einzusetzen, wo sie tatsächlich gebraucht wird – und unnötige Verluste konsequent zu vermeiden.

FAQ: Häufige Fragen zum Energiesparen im Haushalt

Wo kann man im Haushalt am meisten Energie sparen?

Besonders großes Potenzial besteht häufig beim Heizen und bei der Warmwasserbereitung. Danach folgen je nach Haushalt größere Elektrogeräte und dauerhaft betriebene Verbraucher.

Bringt das Ausschalten von Stand-by-Geräten überhaupt etwas?

Bei einem einzelnen modernen Gerät ist die Einsparung häufig überschaubar. Sind jedoch zahlreiche Geräte ganzjährig im Bereitschaftsbetrieb, kann sich der Verbrauch summieren. Schaltbare Steckdosenleisten sind deshalb eine einfache Lösung.

Sollte man alte Haushaltsgeräte sofort austauschen?

Nicht grundsätzlich. Zunächst sollte der tatsächliche Stromverbrauch gemessen werden. Ein Austausch ist vor allem dann interessant, wenn ein altes Gerät außergewöhnlich viel Energie benötigt oder ohnehin ersetzt werden muss.

Sind Eco-Programme wirklich sparsamer?

In vielen Fällen ja. Sie arbeiten häufig mit niedrigeren Temperaturen und längeren Laufzeiten. Dadurch kann weniger Energie für die Erwärmung des Wassers notwendig sein.

Wie erkenne ich Stromfresser?

Für Geräte mit normalem Netzstecker eignen sich einfache Strommessgeräte. Besonders sinnvoll ist eine Messung über 24 Stunden oder mehrere Tage.

Lohnt sich ein Wechsel des Stromanbieters zusätzlich zum Stromsparen?

Das kann der Fall sein. Der Stromverbrauch bestimmt, wie viele Kilowattstunden bezahlt werden müssen, während der Tarif beeinflusst, was diese Kilowattstunden kosten. Deshalb sollten Verbrauch und Vertragskonditionen getrennt voneinander optimiert werden.